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Die erste Fahrt zum Mond

Nach dem Roman von H. G. Wells

Die erste Fahrt zum Mond

Infos:
Originaltitel: First Men in the Moon
Produktionsjahr: 1964
Produktionsland: Großbritannien
Regie: Nathan Juran

Genre: Science-Fiction
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 99 Min.

Bei “Die erste Fahrt zum Mond” handelt es sich um die Verfilmung des Science-Fiction-Romans “Die ersten Menschen auf dem Mond” vom bekannten Autor Herbert George Wells, oder kurz H. G. Wells, der sich schon für die Vorlagen der Klassiker “Die Zeitmaschine” und “Kampf der Welten” und deren, vor wenigen Jahren erschienenen, Remakes, verantwortlich zeichnet. Das interessante an diesem Film ist, dass dort schon eine Mondlandung in den 1960ern gezeigt wird, obwohl der “wirkliche” Mondbesuch erst fünf Jahre nach diesem Streifen stattfand (oder auch nicht, wie einige Skeptiker hartnäckig behaupten ;) ).

Die Handlung beginnt damit, dass irgendwann in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Raumkapsel mit drei Astronauten, einen Amerikaner, einen Russen und einen Briten, in Richtung Mond geschickt wird und dort landen. Erstaunlicherweise findet man kurz nach dem Verlassen des Raumgefährts, auf einem Felsen liegend, eine britische Flagge und ein Dokument aus dem Jahre 1899. Die Astronauten teilen ihre Entdeckung mittels Funkverbindung der Erde mit. Mitglieder der UNO versuchen nun einen gewissen “Arnold Bedford” (Edward Judd) ausfindig zu machen, der in dem gefundenen Schriftstück erwähnt wird. Schließlich wird man in einem Altersheim in England fündig. Dort lebt der mittlerweile vergreiste Bedford und wird von den Meisten, aufgrund seiner haarsträubenden “Mondgeschichten”, nur belächelt. Damit er sich nicht unnötig aufregt, wurde ihm vom Altenheimpersonal verschwiegen, dass zur Zeit eine Mondexpedition stattfindet. Als nun Leute der UNO eintreffen ihn über die gefundenen Gegenstände zu befragen und ihm von der zurzeit stattfindenden Mondbesuch erzählen, zeigt sich Bedford erschüttert. Hatte er doch all die Jahre versucht, die Regierung auf die Gefahren, die sich auf dem Erdtrabanten befinden, zu warnen, doch niemand hatte ihm bisher Glauben geschenkt. Nachdem die Gesandten der UNO weiter nachbohren erzählt Bedford bereitwillig seine Geschichte. Die wahnwitzige Erzählung darüber, wie er selbst, seine damaligen (und mittlerweile leider verstorbene) Verlobten Kate (Martha Hyer) und Professor Joseph Cavor (Lionel Jeffries), dank dessen Erfindung “Cavornit” (eine Salbe, die alles womit sie eingestrichen wird, die Schwerkraft überwinden lässt), im Jahre 1899 ihre unglaubliche Reise zum Mond antraten und was sie dort oben entdeckten…

Man muss logischerweise Gefallen an solchen Science-Fiction-Klassiker finden um etwas mit dem Film anfangen zu können, denn die Effekte und einige technische Umsetzungen wirken aus heutiger Sicht natürlich etwas angestaubt und überholt.  Immer noch sehenswert sich allerdings die Trickszenen von Stop-Motion-Altmeister Ray Harryhausen, der unter anderem für seine Kreaturen-Animationen in den alten Sindbad-Filmen bekannt wurde, und zuletzt in “Kampf der Titanen” (1981) noch einmal sein Können bewies. Erstaunlich ist auch die Inszenierung der Mondlandung in den 60ern. Man erkennt, dass hier wohl mit der Unterstützung der NASA gearbeitet wurde. Nicht anders ist es zu erklären, dass eine gewisse Ähnlichkeit mit der wirklichen Mondlandung von 1969 vorhanden ist. Lediglich die Raumanzüge der Astronauten wirken etwas dünn, was ich dem Film allerdings nicht ankreiden will, da ähnliche “Fehler” auch in neueren Produktionen wie “Red Planet” oder “Mission to Mars” gemacht, und wohl mit voller Absicht, zugunsten der besseren Bewegungsfreiheit der Schauspieler, in Kauf genommen wurden. In Anbetracht dieser zuvor genannten Genauigkeit, im Vergleich zur späteren realen Mondlandung, ist es doch recht verwunderlich, dass bei der Darstellung des “Mondtrips” im Jahre 1899 einige gröbere Schnitzer gemacht wurden. So tragen Bedford und Cavor zwar Taucheranzüge (wobei die Sauerstoffzufuhr und das Verfahren der Kommunikation untereinander etwas mysteriös bleiben), die aber nicht über Handschuhe verfügen. Das heißt, die Probleme mit der Außentemperatur und dem fehlenden Luftdruck, werden fast vollständig unter den Teppich gekehrt, was vor allem aus heutiger Sicht, vom Zuschauer einige Toleranz abverlangt. Sieht man allerdings über diese Mängel und einigen Naivitäten hinweg, entpuppt sich “Die erste Fahrt zum Mond”, als gelungener Science-Fiction-Film der mittleren 1960er. Kenner der Buchvorlage seien allerdings gewarnt, die Filmumsetzung hält sich nur zu Teilen an die Originalgeschichte und wurde stellenweise mal mehr, mal weniger stark gekürzt oder weicht sogar komplett ab.

Mein Fazit: Freunde von Science-Fiction-Filmen aus den 1950ern und 1960ern Jahren, die über einige längst überholte technische Details hinwegsehen können,  werden ihren Spaß mit diesem Klassiker haben!

Filmbewertung: 6.75 von 10 ★★★★★★¾☆☆☆ 

 

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 4. November 2008 um 21:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter Kinofilme abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

 

Eine Reaktion zu “Die erste Fahrt zum Mond”

  1. Thoya Am 24. November 2008 um 00:56 Uhr

    Kaum zu glauben, aber ich kenne den Film bisher noch gar nicht. Dieses Review hat mich allerdings dazu bewegt, mir diesen Film in nächster Zeit anzuschauen – Klingt wirklich interessant, genau nach meinem Geschmack!

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